
Somatoformer & psychogener Schwindel
Nicht jeder Schwindel hat eine fassbare organische Ursache. Bleibt trotz gründlicher Untersuchung ein Befund aus und stehen Anspannung, Angst oder Stress im Vordergrund, spricht man von somatoformem oder psychogenem Schwindel. Er ist real und belastend, keineswegs eingebildet.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Körper und Psyche dabei zusammenwirken, woran sich diese Schwindelform erkennen lässt und welche ärztlichen und therapeutischen Wege helfen können.
Verfasst von der Robugen Gesundheitsredaktion · Geprüft von Dr. Peter Hempel · am 20. Juni 2026
Schwindel ohne organisches Korrelat
Bei somatoformem oder psychogenem Schwindel finden sich trotz sorgfältiger Untersuchung keine ausreichenden organischen Ursachen, die die Beschwerden vollständig erklären. Eine heute häufig gestellte Diagnose in diesem Bereich ist der persistierende postural-perzeptive Schwindel (PPPD).
Charakteristisch ist ein anhaltendes Gefühl von Benommenheit, Schwankschwindel oder Unsicherheit, das oft über Wochen bis Monate besteht. Es verschlechtert sich typischerweise im Stehen und Gehen, bei Bewegung im Umfeld (z. B. in Menschenmengen oder im Supermarkt) und bei visuell reizintensiven Situationen.
Wie Körper und Psyche zusammenwirken
Häufig steht am Anfang ein auslösendes Ereignis, etwa ein einmaliger Drehschwindel, eine Kreislaufepisode oder eine andere Erkrankung. Auch wenn die ursprüngliche Ursache längst abgeklungen ist, kann das Gleichgewichtssystem „überempfindlich” bleiben.
Anspannung, Sorge vor erneutem Schwindel und eine verstärkte Selbstbeobachtung führen dazu, dass der Körper Haltung und Bewegungen ständig kontrolliert. Dieses ständige „Auf-der-Hut-Sein” verstärkt das Schwankgefühl, ein Kreislauf, der sich selbst aufrechterhält. Vermeidungsverhalten (bestimmte Orte oder Bewegungen meiden) kann die Beschwerden zusätzlich verfestigen.
Anzeichen, die auf diese Form hindeuten können
- anhaltender Schwank- oder Benommenheitsschwindel über Wochen
- Verschlechterung im Stehen, beim Gehen und bei visueller Reizüberflutung
- enge Verknüpfung mit Stress, Anspannung oder Angst
- unauffällige organische Befunde trotz gründlicher Untersuchung
Diese Hinweise ersetzen keine Diagnose, sie ordnen nur ein, wann an eine somatoforme Komponente gedacht werden kann.
Wege, die helfen können
Diese Schwindelform ist behandelbar. Bewährt haben sich vor allem:
- Aufklärung und Verständnis der Zusammenhänge (entlastet und durchbricht den Angstkreislauf)
- Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie
- Vestibuläre Rehabilitation: gezielte Gleichgewichts- und Bewegungsübungen
- Abbau von Vermeidungsverhalten in kleinen, begleiteten Schritten
- bei Bedarf eine ärztlich begleitete medikamentöse Unterstützung der zugrunde liegenden Anspannung oder Angst
Häufige Fragen
Bedeutet psychogener Schwindel, dass ich mir das nur einbilde?
Nein. Die Beschwerden sind körperlich real und können den Alltag erheblich einschränken. "Psychogen" oder "somatoform" beschreibt lediglich, dass psychische Faktoren wie Stress, Anspannung oder Angst an der Entstehung beteiligt sind, nicht aber, dass der Schwindel erfunden ist.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Meist durch eine Kombination aus dem Ausschluss organischer Ursachen (etwa Innenohr-, Kreislauf- oder neurologische Erkrankungen) und der typischen Beschwerdeschilderung. Wichtig ist eine sorgfältige ärztliche Untersuchung, bevor die Beschwerden als somatoform eingeordnet werden.
Was hilft bei psychogenem Schwindel?
Hilfreich sind Aufklärung über die Zusammenhänge, Psychotherapie (insbesondere Verhaltenstherapie), gezielte Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen sowie der Abbau von Vermeidungsverhalten. Welcher Weg passt, sollte ärztlich und psychotherapeutisch begleitet werden.
Weiterführende Informationen
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Schnelle Wirkung
klinisch getestet
Sicherheit
gut verträglich
Verfügbarkeit
rezeptfrei
Qualität
Hergestellt in Deutschland
Quellen
- • Deutsche Gesellschaft für Neurologie – Leitlinien zu Schwindel und funktionellen Schwindelsyndromen
- • Fachliteratur zum persistierenden postural-perzeptiven Schwindel (PPPD)
- • Medizinische Fachliteratur zu somatoformen Störungen