
Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Symptome, Ursachen, was hilft
Niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist ein häufiges Phänomen, besonders bei älteren Menschen und jüngeren Frauen. Viele Menschen mit Hypotonie haben keine oder nur leichte Symptome, bei anderen führt sie jedoch zu Schwindel, Müdigkeit oder sogar Ohnmacht.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was niedriger Blutdruck ist, wer besonders betroffen ist, welche Symptome ihn begleiten, und welche Maßnahmen helfen können.
Verfasst von der Robugen Gesundheitsredaktion · Geprüft von Dr. Peter Hempel · am 20. Juni 2026
Was ist niedriger Blutdruck (Hypotonie)?
Definition und Messung
Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das Blut gegen die Gefäßwände drückt. Gemessen wird er in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und mit zwei Werten angegeben: dem systolischen (oberen) Wert, wenn sich das Herz zusammenzieht, und dem diastolischen (unteren) Wert, wenn es sich zwischen zwei Schlägen entspannt. Ein normaler Ruhewert liegt bei etwa 120/80 mmHg.
Von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) spricht man als grobe Orientierung ab Werten unter etwa 100/60 mmHg bei Frauen und unter 110/70 mmHg bei Männern. Entscheidend sind aber weniger die Zahlen als die Frage, ob Beschwerden auftreten: Viele Menschen mit niedrigen Werten fühlen sich völlig wohl. Unter körperlicher Belastung steigt der Blutdruck natürlicherweise an, weshalb sich Hypotonie vor allem in Ruhe und bei Lagewechseln bemerkbar macht.
Unterschied zwischen akutem und chronischem niedrigem Blutdruck
Ein akuter Blutdruckabfall entsteht plötzlich, etwa durch großen Flüssigkeits- oder Blutverlust, eine schwere Infektion oder eine allergische Reaktion (Schock). Er ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.
Die chronische Hypotonie dagegen besteht über längere Zeit und ist meist harmlos, oft ist sie schlicht der individuelle Normalzustand eines Menschen. Sie verursacht, wenn überhaupt, wiederkehrende Beschwerden wie Schwindel oder Müdigkeit. Diese dauerhaft niedrige Kreislaufregulation ist das typische Anwendungsgebiet von KORODIN®.
Ursachen im Überblick
Chronisch niedriger Blutdruck hat selten eine einzelne Ursache. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Veranlagung und Körperbau: ein von Natur aus niedriger Ausgangsdruck, besonders bei schlankem Körperbau
- Alter: die Kreislaufregulation wird mit den Jahren weniger flexibel
- Flüssigkeits- und Salzhaushalt: zu wenig Trinken oder starkes Schwitzen senken das Blutvolumen
- Bewegungsmangel: untrainierte Gefäße und eine schwache Muskelpumpe
- Grunderkrankungen: etwa der Schilddrüse, des Herzens oder ein Diabetes
- Medikamente: vor allem Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel und einige Antidepressiva
- Hormonelle Faktoren: zyklusbedingte Schwankungen, ein Eisenmangel oder eine Blutarmut
Typische Symptome bei niedrigem Blutdruck
Nicht jeder Mensch mit Hypotonie spürt etwas. Viele Menschen fühlen sich völlig normal, ihre Werte sind einfach natürlicherweise niedrig. Aber wenn Symptome auftreten, sind folgende Zeichen typisch:
Schwindel und Kopfflimmern
Besonders beim schnellen Aufstehen, nach langem Stehen oder bei Hitze.
Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Chronische Müdigkeit, besonders nach körperlicher Anstrengung.
Konzentrationsstörungen
Schwäche der mentalen Leistung, „Nebel im Kopf”.
Herzrasen oder Beklemmung
Der Körper versucht, den niedrigen Blutdruck durch eine schnellere Herzfrequenz auszugleichen.
Kälteempfindlichkeit
Hände und Füße fühlen sich oft kalt an, schlechte Durchblutung.
Ohnmacht oder Kollaps
In schweren Fällen, wenn der Blutdruck plötzlich stark abfällt, kann es zur kurzzeitigen Bewusstlosigkeit kommen.
Risikogruppen: Wer ist besonders betroffen?
Nicht alle Menschen haben ein gleiches Risiko für Hypotonie. Diese Gruppen sind statistisch häufiger betroffen:
Ältere Menschen (65+)
Mit dem Alter werden die Gefäße steifer und die Barorezeptoren, die den Blutdruck steuern, reagieren träger. Die Kreislaufregulation wird dadurch weniger flexibel, besonders beim Aufstehen. Hinzu kommt, dass ältere Menschen häufiger Medikamente einnehmen, die den Blutdruck senken. Die orthostatische Hypotonie ist in dieser Gruppe deshalb besonders verbreitet.
Schlanke und jüngere Frauen
Bei schlankem, oft hochgewachsenem Körperbau ist der Ausgangsblutdruck von Natur aus niedriger. Zusätzlich können hormonelle Schwankungen im Zyklus sowie ein durch die Menstruation erhöhtes Risiko für Eisenmangel und Blutarmut (Anämie) die Beschwerden verstärken.
Menschen bei Hitze oder in warmen Klimazonen
Wärme weitet die Blutgefäße, damit der Körper Hitze abgeben kann, wodurch der Blutdruck sinkt. Zusammen mit dem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen erklärt das, warum Kreislaufbeschwerden im Sommer und in warmen Klimazonen deutlich häufiger auftreten.
Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen oder Medikamenten
Erkrankungen wie Diabetes (mit Nervenschädigung), Schilddrüsen- oder Herzerkrankungen können die Blutdruckregulation stören. Auch Medikamente sind ein häufiger Auslöser, insbesondere Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel und einige Antidepressiva können eine Hypotonie als Nebenwirkung verursachen.
Sportler und aktive Menschen
Gut trainierte Ausdauersportler haben oft einen niedrigen Ruheblutdruck, was in der Regel Ausdruck eines gesunden, ökonomisch arbeitenden Kreislaufs ist. Bei Übertraining oder unzureichender Erholung kann der Blutdruck jedoch so weit absinken, dass Schwindel und Leistungseinbrüche auftreten.
Niedrigen Blutdruck beim Positionswechsel: Orthostatische Hypotonie
Ein besonderer Fall von Hypotonie ist die orthostatische (oder posturale) Hypotonie, bei der der Blutdruck beim Aufstehen oder Positionswechsel plötzlich abfällt:
Wie funktioniert die normale Regulierung?
Beim Aufstehen versackt durch die Schwerkraft kurzzeitig Blut in den Beinen. Ein gesunder Körper gleicht das sofort aus: Er verengt die Blutgefäße und erhöht die Herzfrequenz, sodass das Gehirn ohne Unterbrechung durchblutet bleibt. Der Wechsel vom Liegen ins Stehen bleibt dadurch völlig unbemerkt.
Was passiert bei orthostatischer Hypotonie?
Bei der orthostatischen Hypotonie greift diese Gegenregulation zu langsam oder zu schwach. Der Blutdruck im Oberkörper sinkt für einen Moment ab, das Gehirn wird kurz schlechter durchblutet, sodass es zu Schwindel, Flimmern vor den Augen oder in schweren Fällen zur Ohnmacht kommt, vor allem beim schnellen Aufstehen.
Zusammenhang mit „Schwindel beim Aufstehen”
Die orthostatische Hypotonie ist die häufigste Ursache für Schwindel beim Aufstehen. Wie sich die Beschwerden im Alltag zeigen und vermeiden lassen, lesen Sie im Artikel Schwindel beim Aufstehen. Den medizinischen Hintergrund (Regulationsmechanismen, Formen und Diagnostik) vertieft die Seite Orthostatische Kreislaufstörung.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn:
- Sie neu aufgetretene Symptome wie Schwindel oder Ohnmachtsanfälle haben
- Die Symptome stark einschränkend wirken oder sich verschlimmern
- Sie nicht wissen, ob Ihre Symptome mit niedrigem Blutdruck zusammenhängen
- Sie vor der Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln Ihre Blutdruckwerte klären möchten
- Die Symptome mit anderen Beschwerden (wie Brustschmerz, Atemnot, Lähmungen) verbunden sind
Notfallversorgung ist unter anderem erforderlich, wenn:
- Sie plötzlich das Bewusstsein verlieren
- Starke Brustschmerzen auftreten
- Sie nicht mehr normal atmen können
- Sie Lähmungen oder starke Verwirrtheit feststellen
- Sie nach Verletzungen (z.B. Sturz durch Ohnmacht) Schmerzen oder Blutungen haben
Praktische Maßnahmen: Was Sie selbst tun können
Wenn Ihr Arzt bestätigt hat, dass Sie unter niedrigem Blutdruck leiden, gibt es einige praktische Schritte, um Symptome zu lindern:
Ausreichend trinken
- Mindestens 2-3 Liter Wasser pro Tag
- Besonders am Morgen und bei Hitze
- Bewusst vor dem Aufstehen trinken
Salzgehalt beachten
- Moderate Salzaufnahme
- Nicht salzlos essen
- Ggf. mit Arzt abklären bei Einschränkungen
Langsam aufstehen
- Zuerst im Bett aufrecht sitzen
- 30 Sekunden warten
- Dann langsam aufstehen
Bewegung und Training
- Regelmäßige, sanfte Bewegung
- Gymnastik oder Spaziergang
- Verbessert die Kreislaufregulation
Stressabbau
- Ausreichend Ruhe und Schlaf
- Relaxationstechniken
- Langsame, tiefe Atmung
Auslöser vermeiden
- Lange Hitzeexposition
- Lange Immobilität/Bettruhe
- Überanstrengung und Übertraining
Hilft akut bei Schwindel und Kreislaufschwäche
Häufige Fragen
Ab welchem Wert spricht man von niedrigem Blutdruck?
Als Orientierung gelten Werte unter etwa 100/60 mmHg bei Frauen und unter 110/70 mmHg bei Männern als niedrig. Entscheidend sind aber nicht die Zahlen allein, sondern ob Beschwerden wie Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Viele Menschen mit niedrigen Werten fühlen sich völlig wohl und benötigen keine Behandlung.
Ist niedriger Blutdruck gefährlich?
In aller Regel nicht. Anders als Bluthochdruck gilt ein niedriger Blutdruck nicht als eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unangenehm sind vor allem die Begleitsymptome. Neu aufgetretene, starke oder mit Ohnmacht verbundene Beschwerden sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden.
Was hilft schnell bei niedrigem Blutdruck?
Kurzfristig helfen ein Glas Wasser, Bewegung der Beine und langsames Aufstehen. Längerfristig stabilisieren ausreichendes Trinken, eine moderate Salzzufuhr und regelmäßige Bewegung den Kreislauf. Reichen diese Maßnahmen nicht aus und hat ein Arzt einen niedrigen Blutdruck festgestellt, kann eine medikamentöse Unterstützung wie KORODIN® eine Option sein.
Weiterführende Informationen
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Schnelle Wirkung
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Sicherheit
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Verfügbarkeit
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Qualität
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Quellen
- • Deutsche Gesellschaft für Neurologie – Leitlinien zu Kreislaufstörungen
- • Medizinische Fachliteratur zu orthostatischer Hypotonie und niedrigem Blutdruck
- • ¹ Schandry R. et al. Z Phytotherapie 2023;44(02):72–77
- • ² Bose B. et al. Z Phytotherapie 2011;32:S1
- • ³ Kroll M. et al. Phytomedicine 2005;12(6–7):395–402
- • ⁴ Csupor D. et al. Phytomedicine 2019;63:152984