
Kipptischuntersuchung: Ablauf & Bedeutung
Die Kipptischuntersuchung, fachlich Head-up-Tilt-Test, ist ein standardisiertes Verfahren, um ungeklärte Ohnmachtsanfälle und Kreislaufregulationsstörungen einzuordnen. Dabei wird beobachtet, wie Blutdruck und Herzfrequenz auf einen kontrollierten Lagewechsel reagieren.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie die Untersuchung abläuft, wie Sie sich vorbereiten, wofür der Test eingesetzt wird, und warum er nicht dasselbe ist wie der einfache Schellong-Test.
Verfasst von der Robugen Gesundheitsredaktion · Geprüft von Dr. Peter Hempel · am 20. Juni 2026
Wofür wird die Kipptischuntersuchung eingesetzt?
Die Kipptischuntersuchung hilft Ärztinnen und Ärzten, die Ursache wiederkehrender, ungeklärter Ohnmachtsanfälle (Synkopen) und bestimmter Kreislaufregulationsstörungen einzuordnen. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn einfachere Untersuchungen keine eindeutige Erklärung liefern.
Typische Fragestellungen sind:
- Verdacht auf eine vasovagale (reflektorische) Synkope
- Abklärung von orthostatischer Hypotonie und verzögerten Blutdruckabfällen
- Hinweise auf ein posturales Tachykardiesyndrom (POTS)
- Unterscheidung zwischen kreislaufbedingten und anderen Ursachen von Bewusstlosigkeit
So läuft die Untersuchung ab
Vorbereitung
Sie liegen flach auf einem speziellen, motorisch kippbaren Tisch und werden mit Gurten gesichert, damit Sie bei einem möglichen Kreislaufkollaps nicht stürzen. Blutdruck und Herzfrequenz werden kontinuierlich überwacht, oft über EKG und eine Blutdruckmanschette.
Ruhephase im Liegen
Zunächst werden über einige Minuten die Ausgangswerte in liegender Position erfasst.
Aufrichtung (Kippphase)
Anschließend wird der Tisch langsam in eine steile, fast aufrechte Position (meist um 60–70 Grad) gebracht. In dieser Lage verbleiben Sie über einen längeren Zeitraum, während die Messwerte fortlaufend aufgezeichnet werden. Wichtig ist: Sie stehen nicht aktiv mit eigener Muskelkraft, die Aufrichtung erfolgt passiv. Dadurch fällt die Muskelpumpe der Beine weg, und Kreislaufreaktionen lassen sich besonders gut beobachten.
Mögliche Medikamentengabe
Je nach Fragestellung kann in einer zweiten Phase ein kreislaufwirksames Medikament gegeben werden, um eine Reaktion zu provozieren. Treten Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder eine beginnende Ohnmacht auf, wird der Tisch sofort zurück in die Liegeposition gebracht.
Was die Ergebnisse zeigen können
Aus dem zeitlichen Verlauf von Blutdruck und Herzfrequenz lässt sich ableiten, wie der Körper auf die aufrechte Position reagiert:
- ein reflektorischer Abfall von Blutdruck und Puls spricht für eine vasovagale Synkope,
- ein anhaltender Blutdruckabfall beim Aufrichten für eine orthostatische Hypotonie,
- ein starker Herzfrequenzanstieg ohne entsprechenden Blutdruckabfall kann auf ein POTS hindeuten.
Abgrenzung zum Schellong-Test
Beide Tests untersuchen die Kreislaufreaktion auf den Lagewechsel, unterscheiden sich aber deutlich:
- Schellong-Test: einfacher Basistest, bei dem Sie nach einer Ruhephase aktiv selbst aufstehen; Blutdruck und Puls werden über einige Minuten gemessen. Schnell durchführbar, auch in der Hausarztpraxis.
- Kipptischuntersuchung: aufwendigeres Verfahren mit passiver Aufrichtung über einen motorisierten Tisch, längerer Beobachtungsdauer und ggf. Medikamentengabe; meist in spezialisierten Einrichtungen.
Der Kipptisch ersetzt den Schellong-Test nicht, sondern ergänzt ihn bei speziellen oder unklaren Fragestellungen.
Hilft akut bei Schwindel und Kreislaufschwäche
Häufige Fragen
Tut die Kipptischuntersuchung weh?
Nein. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft. Sie liegen auf einem kippbaren Tisch und werden langsam in eine fast aufrechte Position gebracht, während Blutdruck und Puls gemessen werden. Unangenehm sind allenfalls die Kreislaufsymptome (Schwindel, Übelkeit), die der Test gezielt provozieren soll.
Wie muss ich mich vorbereiten?
Üblich ist, einige Stunden vorher nüchtern zu bleiben und auf Koffein zu verzichten. Manche Medikamente werden vorher pausiert. Halten Sie sich genau an die Anweisungen der durchführenden Praxis oder Klinik, da die Vorgaben je nach Fragestellung variieren.
Ist die Kipptischuntersuchung dasselbe wie der Schellong-Test?
Nein. Beim Schellong-Test stehen Sie aktiv selbst auf, und Blutdruck sowie Puls werden über einige Minuten gemessen, ein einfacher Basistest. Bei der Kipptischuntersuchung werden Sie passiv durch einen motorisierten Tisch aufgerichtet, oft über deutlich längere Zeit und unter kontinuierlicher Messung. Der Kipptisch ist aufwendiger und wird für speziellere Fragestellungen eingesetzt.
Weiterführende Informationen
Bringt bei Alt und Jung
den Kreislauf in Schwung.
Schnelle Wirkung
klinisch getestet
Sicherheit
gut verträglich
Verfügbarkeit
rezeptfrei
Qualität
Hergestellt in Deutschland
Quellen
- • European Society of Cardiology – Guidelines for the diagnosis and management of syncope
- • Deutsche Gesellschaft für Neurologie – Leitlinien zu Synkopen und Schwindel
- • Medizinische Fachliteratur zum Head-up-Tilt-Test
- • ¹ Schandry R. et al. Z Phytotherapie 2023;44(02):72–77
- • ² Bose B. et al. Z Phytotherapie 2011;32:S1
- • ³ Kroll M. et al. Phytomedicine 2005;12(6–7):395–402
- • ⁴ Csupor D. et al. Phytomedicine 2019;63:152984