Person, der beim Aufstehen schwindelig wird

Schwindel beim Aufstehen: Ursachen und was hilft

Beim Aufstehen wird der Kopf plötzlich leicht, die Augen flimmern, und man muss sich schnell hinsetzen, um nicht umzufallen. Dieses Phänomen ist häufig und hat meist eine harmlose Erklärung, für die es wirksame Lösungen gibt.

Auf dieser Seite erfahren Sie, warum Schwindel beim Aufstehen auftritt, wie Sie ihn im Alltag vermeiden können, und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten. Mediziner sprechen bei diesem Beschwerdebild auch von "orthostatischem Schwindel".

Verfasst von der Robugen Gesundheitsredaktion · Geprüft von Dr. Peter Hempel · am 20. Juni 2026

Was beim Aufstehen passiert

Typischer Ablauf

Sie stehen zügig aus dem Bett oder vom Sofa auf, und für einige Sekunden gerät alles ins Wanken: Der Kopf fühlt sich leicht und leer an, vor den Augen flimmert oder schwärzt es, die Beine werden weich. Manche Betroffene spüren zusätzlich Kopfdruck, Herzklopfen oder ein flaues Gefühl im Magen. Nach wenigen Sekunden bis etwa einer halben Minute ist der Spuk in der Regel vorbei, der Kreislauf hat nachgeregelt, der Kopf ist wieder klar.

In welchen Situationen tritt es auf?

Typische Auslöser sind alle Momente, in denen der Kreislauf schnell „umschalten” muss:

  • Morgens beim schnellen Aufstehen aus dem Bett
  • Nach langem Sitzen, etwa im Büro, im Auto oder im Kino
  • Beim Aufrichten aus dem Bücken oder aus der Hocke
  • In warmer Umgebung: nach heißem Duschen oder Baden, bei Sommerhitze, in stickigen Räumen
  • Nach Alkoholkonsum oder üppigen Mahlzeiten
  • In Phasen, in denen der Körper geschwächt ist, etwa nach einem Infekt, bei zu wenig Flüssigkeit oder nach längerer Bettruhe

„Orthostatischer Schwindel”: der medizinische Fachbegriff

„Schwindel beim Aufstehen” und „orthostatischer Schwindel” beschreiben dasselbe Beschwerdebild, einmal in Alltagssprache, einmal als Fachbegriff. „Orthostase” bezeichnet die aufrechte Körperhaltung; orthostatischer Schwindel ist also der Schwindel, der beim Übergang ins Stehen entsteht.

Der Mechanismus dahinter: Beim Aufstehen versackt kurzzeitig Blut in den Beinen, der Blutdruck im Oberkörper sinkt, und das Gehirn wird für einen Moment schlechter durchblutet. Gelingt es dem Kreislauf nicht, schnell genug gegenzusteuern, entsteht das typische Schwindelgefühl. Liegt diesem Schwindel ein dauerhaft niedriger Blutdruck zugrunde, sprechen Ärzte von orthostatischer Hypotonie.

Schwindel beim Aufstehen vs. andere Formen

Es gibt viele Arten von Schwindel. Nicht alle hängen mit niedrigem Blutdruck zusammen. Hier eine kurze Orientierung:

Orthostatischer Schwindel

Tritt hauptsächlich beim schnellen Positionswechsel auf (Aufstehen, Bücken). Verschwindet nach wenigen Sekunden bis Minuten.

Lagerungsschwindel

Auslöser: Bestimmte Kopfbewegungen. Kann pulsierend oder drehend wirken. Oft Innenohr-Problem.

Psychogener Schwindel

Mit Angststörungen oder Panikattacken verbunden. Dauert länger an, unabhängig von Positionswechseln.

Zentraler Schwindel

Durch neurologische Erkrankungen ausgelöst. Ist oft von anderen Symptomen begleitet.

Wenn es häufiger passiert: orthostatische Hypotonie

Tritt der Schwindel beim Aufstehen regelmäßig auf, steckt häufig eine orthostatische Kreislaufstörung dahinter: Die Blutdruckregulation beim Lagewechsel reagiert dann dauerhaft zu langsam. Ob das bei Ihnen der Fall ist, lässt sich unkompliziert feststellen, mit einer Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen bei Ihrem Hausarzt.

Den medizinischen Hintergrund dazu, wie die Kreislaufregulation im Detail funktioniert, welche Formen es gibt, wer besonders gefährdet ist und wie die Diagnose Schritt für Schritt abläuft, finden Sie ausführlich auf unserer Seite Orthostatische Kreislaufstörung: Ursachen, Mechanismus und Behandlung.

Praktische Tipps für den Alltag

Sie können viel selbst tun, um Schwindel beim Aufstehen zu vermeiden oder zu reduzieren:

Langsam aufstehen

  • Setzen Sie sich zuerst auf der Bettkante auf
  • Warten Sie 30 Sekunden
  • Stehen Sie dann langsam auf

Beine aktivieren

  • Vor dem Aufstehen Beine bewegen
  • Zehen anspannen, Fersen heben
  • Leichte Streckübungen

Ausreichend trinken

  • Morgens vor dem Aufstehen trinken
  • Über den Tag verteilt ausreichend Wasser
  • Bei Hitze extra Flüssigkeit

Salzgehalt beachten

  • Ausreichend Salz in der Ernährung
  • Nicht komplett salzlos essen
  • Arzt befragen bei Salzbeschränkung

Muskeltraining

  • Regelmäßige Bewegung
  • Leichte Gymnastik oder Spaziergang
  • Fördert Kreislaufstabilität

Was Sie vermeiden sollten

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Extreme Hitze oder abrupter Wärmewechsel
  • Lange Immobilität (z.B. Bettlägerigkeit)

Wann zum Arzt?

Gelegentlicher, kurzer Schwindel beim Aufstehen ist meist harmlos. Lassen Sie Ihre Beschwerden aber ärztlich abklären, wenn:

  • der Schwindel neu, ungewöhnlich stark oder immer häufiger auftritt,
  • es zu Ohnmachten oder Beinahe-Ohnmachten kommt,
  • Warnzeichen wie Brustschmerz, Atemnot, Herzstolpern, starke Kopfschmerzen oder Lähmungserscheinungen hinzukommen,
  • Sie blutdrucksenkende oder entwässernde Medikamente einnehmen, gegebenenfalls muss die Dosis angepasst werden.

Der erste Schritt ist einfach: eine Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen in der Hausarztpraxis.

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Häufige Fragen

Warum wird mir beim Aufstehen schwindelig?

Beim Aufstehen versackt durch die Schwerkraft kurzzeitig Blut in den Beinen. Normalerweise gleicht der Körper das sofort über das Verengen von Gefäßen und einen schnelleren Puls aus. Geschieht das zu langsam, sinkt der Blutdruck im Oberkörper kurz ab und das Gehirn wird für einen Moment schlechter durchblutet, sodass Schwindel entsteht. Bei einem von Natur aus niedrigen Blutdruck passiert das leichter.

Was kann ich sofort tun, wenn mir beim Aufstehen schwindelig wird?

Setzen oder legen Sie sich am besten kurz hin, bis der Schwindel nachlässt. Hilfreich ist außerdem, vor dem Aufstehen die Beine zu bewegen, die Wadenmuskeln anzuspannen und dann langsam, erst sitzend, dann stehend, aufzustehen. Über den Tag verteilt ausreichend zu trinken stabilisiert den Kreislauf zusätzlich.

Wann sollte ich mit Schwindel beim Aufstehen zum Arzt?

Wenn der Schwindel neu auftritt, sehr stark ist, zu Ohnmacht führt oder von Symptomen wie Brustschmerz, Atemnot, starkem Kopfschmerz oder Lähmungen begleitet wird. Eine ärztliche Abklärung, inklusive Blutdruckmessung im Liegen und Stehen, klärt die Ursache und schließt ernstere Erkrankungen aus.

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Quellen

  • • Deutsche Gesellschaft für Neurologie – Leitlinien zu Schwindelstörungen
  • • Internationale medizinische Fachliteratur zu orthostatischer Hypotonie
  • • ¹ Schandry R. et al. Z Phytotherapie 2023;44(02):72–77
  • • ² Bose B. et al. Z Phytotherapie 2011;32:S1
  • • ³ Kroll M. et al. Phytomedicine 2005;12(6–7):395–402
  • • ⁴ Csupor D. et al. Phytomedicine 2019;63:152984